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IT-Report für die Sozialwirtschaft - Erhebungsdesign und Durchführung

Der vorliegende IT-Report basiert auf zwei getrennten schriftlichen Befragungen, die von Juni bis August 2008 durchgeführt wurden. Zielgruppen waren zum einen soziale Organisationen als Anweder von Informationstechnologien und zum anderen Anbieter von IT-Lösungen für die Sozialwirtschaft. Beide Befragungen erstreckten sich geografisch auf das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland.

Kriterium für die Aufnahme von Anbieter in IT-Lösungen in die erste Stichprobe war, dass sie branchenspezifische Software für soziale Einrichtungen und Verbände entwickeln und/oder vertreiben. Insgesamt wurden an diese Gruppe 304 Fragebögen verschickt. Einschlägigen Marktkenntnissen der Beteiligten zufolge dürfte damit annähernd die Grundgesamtheit aller in Deutschland ansässigen Anbieter dieses Feldes abgebildet sein. 84% der Anschreiben waren personalisiert und in der Regel an die Geschäftsführung oder Vertriebsleitung adressiert.
Insgesamt antworteten 69 Unternehmen, die Rücklaufquote beträgt damit 23%. Sie bewegte sich damit auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr (25%). 54% der Befragten nahmen an der Erhebung des Vorjahres teil; neu in der Stichprobe sind 46%.
Wie Fachmessen oder Internet-Verzeichnisse der Branche zeigen, kann derzeit etwa ein gutes Drittel der insgesamt angeschriebenen Anbieter zu den deutschlandweit marktaktiven Unternehmen in diesem Sektor gerechnet werden. So nehmen etwa jährlich rund 60 Anbieter an der Fachmesse ConSozial teil, die sich knapp ur Hälfte mit den Teilnehmern des IT-Reports überschneiden. Weitere Unternehmen sind auf anderen Messen wie etwa der Altenpflege vertreten. 
Geht man davon aus, dass sich vorwiegend Unternehmen aus der Gruppe der marktaktiven Anbieter an der Befragung beteiligt haben, deckt der Rücklauf auch in diesem Jahr etwa zwei Drittel der einschlägigen Szene ab.
Richtet man den Blick innerhalb der Gruppe der marktaktive Anbieter auf die nach Verbreitung ihrer Produkte in der Sozialwirtschaft bedeutendsten Firmen, so zeigt die diesjährige Befragung, dass trotz einer etwas geringeren Beteiligung eine bessere Abbildung ds Anbietermarktes erzielt werden konnte. Firmen mit geringer Marktrelevanz oder Hersteller von Nischenprodukten am Rande des untersuchten Feldes sahen hingegen vermehrt von einer Teilnahme ab.
Diese Entwicklung ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass das Bewusstsein für Profil und Bedeutung des IT-Reports in der Branche inzwischen geschärft werden konnte.

Im Bereich der sozialen Organisationen wurden mit ca. 1900 Fragebögen etwa die doppelte Anzahl des Vorjahres verschickt. Zielgruppe waren wie 2007 Einzel- und Komplex-Einrichtungen sowie Trägerverbände mit einem oder mehreren der folgenden Arbeitsfelder: Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, Behindertenhilfe, stationäre Altenhilfe, ambulante Pflege, berufliche Rehabilitation, Hilfen für psychisch Kranke, Suchtkranken-, Migranten-, Wohnungslosen- und Gefährdetenhilfe. Neben der freien Wohlfahrtspflege wurden auch privat-gewerbliche Anbieter sozialer Dienstleistungen angesprochen. Kommunale Sozialverwaltungen wurden im Unterschied zum Vorjahr nicht einbezogen.

Die Adressen stammen aus unterschiedlichen Quellen: Eigene Internet-Recherchen, Einrichtungsverzeichnisse von Verbänden und aus Web-Portalen, Verzeichnisse von Partnerorganisationen der Autoren aus verschiedenen Projekten sowie telefonische Direktrecherchen bei den einzelnen Organisationen. Durch die Vielfalt der Quellen dürfte eine weitgehend repräsentative Streuung über die Arbeitsfelder und Verbände der Sozialwirtschaft gewährleistet sein.

Im Unterschied zum letztjährigen Adresspool, der primär aus Organisationen mit mehr als 200 Mitarbeitern bestand, wurden nun vermehrt auch mittelgroße Einrichtungen zwischen 50 und 200 Mitarbeitern aufgenommen. Dadurch konnte eine stärkere Repräsentativität der Stichprobe für die gesamte Sozialbranche erreicht werden.

Nach wie vor blieben die kleineren und kleinsten Dienste jedoch unberücksichtigt. Dies ist vor allem der praktischen Tatsache geschuldet, dass Einrichtungen erst ab einer gewissen Größenordnung über Ansprechpartner für die informationstechnologische Infrastruktur verfügen, die in der Lage sind, die für diesen Report relevanten Fragen mit hinreichender Präzision zu beantworten.

Der eigentlichen Fragebogenaussendung war ein Ankündigungsbrief vorgeschaltet, mit dem wir auch um Überprüfung bzw. Ergänzung der uns vorliegenden Adress-und Personendaten baten. Bei den Fragebogen-Aussendungen konnte damit eine Personalisierungsquote von fast 80% erreicht werden. Primäre Ansprechpartner waren die IT-Leiter/innen, ansonsten Geschäftsführung bzw. Vorstand der Organisationen.
Ausgefüllte Fragebögen kamen von 184 Organisationen zurück, die Rücklaufquote in dieser Gruppe betrug damit 9,6% (Vorjahr: 8,6%).
Die Ausschöpfungsquote liegt damit insbesondere unter Berücksichtigung des relativ umfänglichen Fragenkataloges auf einem zufriedenstellenden Niveau. Wir hoffen, dass künftig die wachsende Bekanntheit des IT-Reports zu einer weiter steigenden Akzeptanz dieser Befragung beitragen wird.

Insgesamt kann nach den Statistiken der Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) und den Daten des Statistischen Bundesamtes in Deutschland von über 100.000 Einrichtungen in den oben genannten Tätigkeitsfeldern ausgegangen werden. Leider existieren keine Statistiken, die die Grundgesamtheit der in dieser Befragung fokussierten Einrichtungsgrößen (über ca. 50 Mitarbeiter) ausweisen. Es ist jedoch zu vermuten, dass ein großer Anteil aller Einrichtungen unter dieser Messlatte liegt.
Zieht man jedoch in Betracht, dass die antwortenden Organsationen insgesamt 144.000 Mitarbeiter beschäftigen und geht man von ca. 1,2 Millionen Beschäftigten im Sozialen Sektor aus, so umfasst diese Befragung immerhin 12% der hier Beschäftigten. Durch die Umsatzbrille betrachtet, bildet unser Sample etwa den gleichen Anteil des gesamten Branchenumsatzes ab.
Insgesamt konnte damit im Berich der sozialen Organisationen die Repräsentativität der Stichprobe für die anvisierten Einrichtungsgrößen innerhalb der Sozialbranche deutlich gesteigert werden.